IMaH-Pium

Projektbeschreibung

Projektantrag - Die Anfänge

Vorstellung der Maslow-Pyramide „Ziel ist die Erforschung der kulturellen und medialen Bedingungen für einen erfolgreichen Wissenstransfer sowie kommunikatives und kollaboratives Lernen und Arbeiten über Kulturgrenzen hinweg mittels der neuen IuK-Technologien. Der zu erforschende interkulturelle Wissenstransfer soll im Rahmen gemeinsam entwickelter kulturwissenschaftlicher Lehr- und Lernprogramme erfolgen, die für eine multimediagestützte Ausbildung im euro-mediterranen Raum (insb. an Hochschulen des Partnerlandes Tunesien) eingesetzt werden können.“ (Auszug aus dem Projektantrag 2003)

Wo steht das Projekt nach einem Jahr?

Strand von Sousse Nach einjähriger Förderung im Rahmen des Forschungsschwerpunktprogramms des Landes Baden-Württemberg im Zeitraum von Mai 2003 bis April 2004 liegt für IMaH/PIUM eine differenzierte Grundstruktur des aus Tunesien und aus Deutschland wechselseitig zu vermittelnden Wissens vor. Diese Grundstruktur wurde in interkultureller Zusammenarbeit von einer deutschen und einer tunesischen Arbeitsgruppe entwickelt. Weiter wurden von den strukturell vorgesehenen ca. 1100 Webseiten 215 erstellt, davon … von der tunesischen Seite. – Die Struktur von IMaH/PIUM enthält auch ein Selbstlernprogramm. Dazu liegt ein Konzept vor (siehe Abschlussbericht der Antragsteller), das jedoch noch nicht realisiert werden konnte. Am Beispiel des Themenfelds ‚Werbung’ sind jedoch bereits zahlreiche Webseiten erstellt worden.

El Jem Die während des Forschungsjahres zur Verfügung stehenden Ressourcen ermöglichten den Aufbau zweier engagierter Forschergruppen in Deutschland und Tunesien, die ein vorbildliches Vertrauensverhältnis verbindet, die gemeinsame Erstellung des Grundkonzepts, die Klärung der politischen, gesellschaftlichen und medialen Bedingungen für kulturgrenzenüberschreitendes Lehren und Lernen durch neue Medien in Tunesien, die Profilierung des Bedarfs entsprechender Programme in Tunesien sowie insbesondere die Entwicklung eines Content-Management-Systems für eine kollaborative, interkulturelle und vielsprachige Lehr-/Lernplattform, die den kulturgrenzenüberschreitenden Wissenstransfer gewährleisten soll. Die Erstellung von Inhalten, die Möglichkeiten deutscher und tunesischer Wahrnehmung darstellt, wurde exemplarisch realisiert, bedarf jedoch noch weiterer gemeinschaftlicher Entwicklung, z.B. die Harmonisierung der zum Teil unterschiedlichen fachspezifischen Zugänge.

Der Nutzen von Offenheit und Differenz

Arkaden Es wäre nicht richtig, das Projekt als statische Aufgabe zu sehen. Die gemeinsame Produktion von interkulturellen Lehr-/Lernprogrammen setzt einen ständigen Dialog voraus. Aus diesem Grund kommt für das Projekt auch nur das Internet als Medium in Frage, nicht aber eine CD ROM. Statisch kann die gestellt Aufgabe auch deswegen nicht sein, weil jede Auseinandersetzung mit kulturellen Phänomenen auch den kulturellen Wandel zu berücksichtigen hat.

Eine wesentliche Rolle bei der Nutzung des interkulturellen, kollaborativen, vielsprachigen Lehr-/Lernprogramms kommt den Nutzern selbst zu, sei es im Rahmen des beabsichtigten Selbstlernprogramms, sei es unterstützt von Dozenten im Hörsaal. Scheinbare Unvollkommenheiten, wie z.B. kulturspezifisch unterschiedliche Konzeptionen bei der Bearbeitung eines bestimmten kulturellen Phänomens, fehlende Erklärungsmuster, sei es auf deutscher oder tunesischer Seite, möglicherweise umstrittene kulturwissenschaftliche Abstrahierungen u.a., bieten den Nutzern/den Nutzerinnen die Möglichkeit einer intellektuell aktiven Auseinandersetzung mit dem Programm, die die Differenz der Kulturen berücksichtigt. Dies gilt für alle Phänomene der ‚Inkongruenz‘, die dem Betrachter der bisher produzierten Inhalte auffallen könnten.

Grundlagen der Erkenntnis beim Kulturenvergleich

Karthago Die Autoren sind sich bewusst, dass jeder Vergleich von Kulturen auf intellektuellen Prozessen beruht, bei denen eine Vielzahl von kulturellen Phänomenen abstrahierend zusammengefasst wird. Dabei spielt, selbst bei der Bewertung empirischer, zahlengestützter Erkenntnisse, die Prägung eine Rolle, die durch Gesellschaft, berufliche bzw. Fachkultur und persönlicher Biographie bewirkt wird. Auch ist stets von der komplexen Differenziertheit von Kulturen und Gesellschaften auszugehen. Der zu jeder Kultur gehörende Wandel ist zu berücksichtigen, sei es im historischen Rückblick, sei es in der hypermedia-adäquaten Fortschreibung des Programms.

Das vorgelegte Lehr-/Lernprogramm IMaH/PIUM vermeidet Stereotype und apodiktische Aussagen zu kulturellen Werten und Verhaltensmustern. Es geht von einer kulturspezifischen Weltsicht und Weltgestaltung aus, die auf sich verändernden Wahrnehmungsmustern und Diskursen beruht. Daher wird im Zusammenhang mit den gezeigten kulturellen Phänomenen stets von ‚Wahrnehmung‘ im Sinne von ‚Möglichkeiten der Wahrnehmung‘ und ‚Diskursen‘ im Sinne sprachlich gestalteter kollektiver Vorstellungen gesprochen.

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